Decke

Wir stecken unter einer Decke

Die Gardine weht leicht im Wind, hin und wieder huscht etwas Tageslicht hindurch. Ich blinzele vorsichtig und ziehe die Füße unter der Decke an. Du grummelst leise, rutschst zu mir herüber und legst den Arm um mich.

Ich drehe mich zu dir um, meine Nase ganz nah an deiner, und warte darauf, dass du die Augen öffnest. Sie sind blau, mit kleinen goldenen Sprenkeln darin. Ich rede mir gern ein, dass du der Goldtopf am Ende des Regenbogens bist, den jeder haben will. Du findest das natürlich total kitschig. Ich muss innerlich kichern, wenn ich daran denke, wie du dabei immer dein Gesicht verziehst.

Ich rücke noch ein Stück näher an dich ran und küsse dich. Du machst die Augen auf und grinst. Wenige Sekunden später sind wir beide munter. Und nackt. Deine Händen sind überall, genauso wie das Kribbeln in meinem Körper.

Was könnte intimer sein?

Ich werde nie verstehen, wie man keinen Morgensex mögen kann. Für mich gibt es nichts Schöneres, als meinem Spiegelbild beim Zähneputzen mit glühenden Wangen und fettem Grinsen entgegen zuschauen. Überhaupt: Was könnte intimer sein, als wenn du deinen Tag nicht nur mit, sondern in mir beginnst?

Du lehnst dich über mich, wir stecken wortwörtlich unter einer Decke. Es dauert nicht lange und ich weiß, dass du auf der Zielgeraden bist. Ich kann es an deinem Atem hören. Ich schließe meine Augen und will nichts mehr sehen, nur noch fühlen.

Da bin nur noch ich, allein

Doch plötzlich stoppst du und alles wird still. Der Raum beginnt sich zu drehen. Ich spüre noch den Druck deiner Hüften auf meinen, deine Lippen an meinem Hals. Doch als ich die Augen öffne, bist du weg. Da bin nur noch ich, allein. Ich schrecke hoch. Mein Herz rast, mein Blick irrt verzweifelt umher – bis ich dich sehe. Du liegst mit dem Rücken zu mir.

Ich kuschele mich erleichtert an dich, atme deinen herben Duft und mein Puls beruhigt sich langsam. Du drehst dich zu mir um, gibst mir einen schnellen Kuss und ein Strahl Tageslicht fällt in deine Augen. Sie sind grün, tief waldgrün. Mir fällt wieder ein, dass du Morgensex hasst.

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