offene Beziehung

Offene Beziehung – wer kann’s und wer nicht?

Viele – vor allem Männer – haben eine sehr verklärte Vorstellung von einer offenen Beziehung. Scheint es doch eine überaus reizvolle Lebensweise zu sein, die perfekte Frau zum Lieben an seiner Seite zu wissen und gleichzeitig sexuelle Freiheit zu genießen. Aber nicht jeder kann eine offene Beziehung führen – um genau zu sein: Die wenigsten.

Männer und Frauen in einer offenen Beziehung

Für Männer kann es ziemlich einfach sein, eine offene Beziehung zu führen. Zumindest wenn man den Aspekt betrachtet, dass es ihnen weitaus leichter fällt, Sex als den rein physischen Akt zu sehen – ohne jegliche Gefühle für die Frau zu haben.

offene Beziehung

Frauen hingegen (zumindest die meisten) brauchen mehr als nur den körperlichen Akt. Es liegt in der Natur der Dinge, dass sie eine Art Vertrauen aufbauen müssen, um sich fallen zu lassen. Um dieses Vertrauen aufzubauen, muss eine Bindung bestehen und genau die ist es, die es uns Frauen schwerer macht, eine offene Beziehung zu führen – und Männern eine offene Beziehung zu gewähren.

Rein biologisch betrachtet, liegt das Problem schon in unseren Hormonen begründet: Denn während Frauen beim Sex das Hormon Oxytocin – auch bekannt als Bindungshormon – produzieren, sinkt das Hormonlevel der Männer nach dem Orgasmus. Sprich: Frauen fühlen sich alleine durch ihren Hormonhaushalt nach jedem weiteren Mal Sex mehr mit dem Mann verbunden, während ein Mann nach dem Orgasmus tatsächlich einfach abschalten und keinerlei weitere Emotionen empfinden kann.

Kommen wir also zur Frage der Fragen:

Wer kann’s und wer nicht?

offene Beziehung

Eine offene Beziehung führen zu können, verlangt dir und deiner Beziehung mehr ab, als du im ersten Moment vielleicht denkst. Hier ein paar „Regeln“, die du bedenken solltest, damit du deine Beziehung nicht gefährdest:

1. Keine offene Beziehung ohne klare Regeln

Seinen Körper einem anderen Menschen hinzugeben und sich an einem anderen als dem des Partner zu erfreuen, kann nicht funktionieren, wenn es keine klaren Regeln für beide Parteien gibt. Zentrale Fragen sind:

  • Wer ist von dieser Regelung ausgeschlossen (z.B. Ex-Partner, Freundeskreis, usw.)?
  • Wie oft darf mit ein und derselben Person geschlafen werden? Besonders Männer sollten bedenken, dass sich die Bindung ihrer Partnerin an den anderen Mann intensiviert, je öfter sie mit ihm schläft.
  • Werden die Schäferstündchen abseits des eigenen Bettes besprochen, erwähnt oder für sich behalten? Hier kommt es auch ganz darauf an, wie gut oder schlecht du mit der Vorstellung umgehen kannst.

2. Ohne Vertrauen geht’s nicht

Wenn du aus irgendeinem Grund Vertrauensprobleme hast, solltest du keine offene Beziehung in Erwägung ziehen! Insgesamt halte ich es für einfacher, wenn eine Beziehung bereits offen beginnt. Eine bereits bestehende feste Beziehung nach einer Weile in eine offene zu verwandeln, funktioniert nur selten. Meistens kann sich einer von beiden nicht mit dem Gedanken anfreunden. Wie auch immer deine Beziehung aussieht, Vertrauen ist die absolute Grundlage!

3. Ehrlichkeit & Offenheit

Ebenso wichtig wie Vertrauen sind Ehrlichkeit und Offenheit. Merkst du, dass dir dieses Beziehungsmodell nicht gut tut? Denkst du eine exklusive Beziehung wäre besser für dich? Bist du eifersüchtig? Bist du vielleicht sogar an dem Punkt, an dem du merkst, dass du Gefühle für jemand anderes entwickelst? Dann sprich es an!

Nur wenn ihr beide offen und ehrlich mit eurem Beziehungsmodell, euren Erfahrungen und Vorstellungen umgeht, kann es funktionieren. Anders lauft ihr Gefahr, dass ihr am Ende vor einem Scherbenhaufen steht.

Simone Sauter ist Love & Life Coach. Auf ihrem Blog From Pain To Power hilft sie Frauen dabei, den Schmerz ihres Liebeskummers in kraftvolle Energie zu transformieren, sodass sie ihr Herz heilen und sich für Neues öffnen können. Dazu hat sie u.a. das einzige deutschsprachige Online Mentoring Programm „Überwinde deinen Liebeskummer“ entwickelt.

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